Ekies All Senses Resort: Traumurlaub am Meer entdecken

Das Ekies All Senses Resort auf Sithonia ist kein Hotel zum Abhaken – es zwingt Sie, langsamer zu werden. Warum der Design-Hotel-Ort in Vourvourou trotz kleiner Schwächen eine Parallelwelt zum Verweilen schafft.

Ekies All Senses Resort: Traumurlaub am Meer entdecken

Ekies All Senses Resort: Ein Hotel, das wirklich alle Sinne anspricht?

Es gibt Hotels, da checkt man ein, schläft, frühstückt, checkt aus. Und es gibt Häuser, bei denen man nach drei Tagen das Gefühl hat, man hätte eine kleine Parallelwelt betreten, aus der man gar nicht mehr richtig raus will. Das Ekies All Senses Resort auf der Sithonia-Halbinsel gehört für mich zur zweiten Kategorie. Nicht, weil alles perfekt wäre. Sondern weil der Ort etwas macht, was kaum ein anderes Hotel in Griechenland schafft: Er zwingt Sie, langsamer zu werden.

Ich war im vergangenen Sommer dort, zum zweiten Mal. Beim ersten Besuch hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung, was mich erwartet. Ein Design-Hotel an einer griechischen Strandstraße? Klingt erstmal nach hippem Marketing mit Betonwänden und unfreundlichem Personal. Falsch gedacht. Aber der Reihe nach.

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Ekies All Senses Resort liegt in Vourvourou, an der Ostküste der Sithonia-Halbinsel in Chalkidiki.
  • Es ist Teil der Design Hotels-Gruppe – das merkt man an Architektur, Licht und Materialauswahl.
  • Der Preis startet je nach Saison und Zimmerkategorie bei etwa 200 Euro pro Nacht, Halbpension kostet Aufpreis.
  • Direkter Strandzugang, Pool und Spa sind vorhanden – aber das eigentliche Erlebnis ist die Lage an der Lagune.
  • Für Familien mit kleinen Kindern ist es brauchbar, für Ruhesuchende im Juli und August eher nicht.
  • Wer die Diaporos-Inseln per Boot erkunden will, ist von hier aus in zehn Minuten am Wasser.

Wo genau liegt das Ekies All Senses Resort – und warum ist die Lage entscheidend?

Vourvourou. Das sagt Ihnen jetzt vermutlich nichts. Mir ging es genauso, bis ich zum ersten Mal auf der Karte nachgesehen habe. Der Ort liegt an der Ostseite von Sithonia, der mittleren der drei Finger Chalkidikis. Rund 100 Kilometer sind es vom Flughafen Thessaloniki – je nach Verkehr und Mietwagen etwa eineinhalb Stunden Fahrt.

Wo genau liegt das Ekies All Senses Resort – und warum ist die Lage entscheidend?

Was die Lage besonders macht: Vourvourou sitzt an einer geschützten Bucht mit vorgelagerten Inselchen, den Diaporos-Inseln. Das Wasser dort ist so flach und klar, dass es nach Regenbogen aussieht, wenn die Sonne richtig steht. Kein Witz.

Warum die Lage mehr als nur eine schöne Aussicht ist

Die meisten Hotels an der Westküste Sithonias liegen an offener See. Das heißt: Wind. Manchmal ordentlich Wind. In Vourvourou ist das anders, weil die Inseln die Bucht abschirmen. Für Familien mit kleinen Kindern ist das ein Riesenunterschied. Und für alle, die morgens um sieben noch im Meer schwimmen wollen, ohne von Wellen umgeworfen zu werden, ebenfalls.

Ein weiterer Punkt, den kaum eine Hotelbeschreibung erwähnt: Die Straße nach Vourvourou ist kurvig und eng. Wer nachts ankommt und zum ersten Mal fährt, sollte sich Zeit lassen. Ich habe damals fast einen Mietwagen an einem Randstein geschrottet, weil ich die Kurve zu spät gesehen habe. Eigentlich witzig im Nachhinein. Damals nicht.

Was bedeutet "All Senses" konkret – oder ist das nur ein Marketingname?

Gute Frage, und ich war anfangs skeptisch. "All Senses" klingt nach Wellness-Broschüre. Was ich vor Ort gefunden habe, ist etwas anderes: Das Hotel arbeitet mit einem durchdachten Konzept aus Naturmaterialien, lokalen Produkten und einem offenen Raumgefühl, das tatsächlich mehrere Sinne anspricht. Klingt pathetisch, ich weiß. Aber lassen Sie mich das runterbrechen.

Was bedeutet "All Senses" konkret – oder ist das nur ein Marketingname?

Architektur und Licht

Die Anlage besteht aus mehreren niedrigen Gebäuden und Bungalows, eingebettet in Pinien und Olivenbäume. Es gibt keine Hochhausfassade, keine Glasfront, die in der Mittagshitze alles aufheizt. Stattdessen: Steinmauern, Holzlamellen, Schatten. Die Zimmer sind eher schlicht gehalten, aber mit viel Tageslicht. Wer auf opulente Ausstattung hofft, wird enttäuscht. Wer schlichte, gut gemachte Räume mag, wird zufrieden sein.

Gastronomie

Das Frühstück ist griechisch geprägt: Feta, Tomaten, Oliven, Joghurt mit Honig, dazu Eierspeisen und frisches Brot. Nichts Weltbewegendes, aber ehrlich. Beim Abendessen gibt es eine kleine Karte mit mediterranen Gerichten, teilweise mit Fisch aus der Region. Wer zu den Hauptzeiten kommt (gegen 20 Uhr), sitzt voll im Trubel. Wer eine halbe Stunde später kommt, hat oft einen Tisch mit Blick aufs Meer. Ich habe das eine Woche lang so gemacht und es war jedes Mal entspannter.

Spa und Pool

Es gibt einen Spa-Bereich mit Massagen und Anwendungen, überwiegend auf Basis lokaler Öle. Und einen Pool. Ehrlich gesagt: Der Pool ist nett, aber wenn Sie die Wahl zwischen Pool und Meer haben, nehmen Sie das Meer. Das Wasser in der Bucht ist warm, flach und sauber. Der Pool ist eher etwas für die Stunden, in denen die Sonne zu steil steht.

Preise: Was kostet der Aufenthalt wirklich?

Die Tarife schwanken erheblich. In der Nebensaison (Mai, Oktober) können Sie Zimmer ab etwa 200 Euro pro Nacht bekommen. In der Hochsaison, also Juli und August, sind 400 bis 500 Euro für ein Zimmer mit Meerblick und Halbpension realistisch. Wer über einen Reiseveranstalter bucht, findet manchmal Pakete mit Flug ab Deutschland ab rund 500 bis 600 Euro pro Person für eine Woche. Das ist nicht billig, aber auch nicht unverschämt für ein Haus dieser Kategorie.

Preise: Was kostet der Aufenthalt wirklich?
Kategorie Nebensaison Hochsaison Anmerkung
Doppelzimmer Gartenblick ab 200 € ca. 350 € ohne Verpflegung
Doppelzimmer Meerblick ca. 260 € ca. 450 € Frühstück inklusive
Bungalow / Suite ab 320 € bis 600 € Halbpension möglich
Pauschalpaket (7 Nächte) ab 500 € p.P. inkl. Flug ab Deutschland

Was ich nicht empfehlen kann: nur eine Nacht. Zwei Nächte. Der Ort ist so gestrickt, dass er Zeit braucht. Die erste Nacht sind Sie noch im Anreisemodus. Erst ab dem zweiten Tag merken Sie, was die Umgebung mit Ihnen macht.

Ist das Ekies All Senses Resort familienfreundlich?

Ja, aber mit Einschränkungen. Es gibt einen Kinderpool, ein Spielplatzbereich existiert, Babybetten sind auf Anfrage verfügbar. Die flache Bucht ist für kleine Kinder fast ideal. Allerdings richtet sich das Haus eher an Paare und Ruhesuchende als an Familien mit lauteren Kindern. Wer einen Cluburlaub mit Animation erwartet, ist falsch. Wer einen ruhigen Familienurlaub sucht, bei dem die Kinder im Meer planschen und die Eltern dasitzen und nichts tun, ist richtig.

Was Sie vorher wissen sollten

  • Abends ab 22 Uhr gilt im Bereich der Zimmer eine Ruheregel, die auch durchgesetzt wird.
  • Hunde sind nach Absprache erlaubt, aber nur in bestimmten Zimmerkategorien.
  • Rollstuhlgerechte Zimmer gibt es – die Anlage ist allerdings hügelig, das sollten Sie bei der Buchung ansprechen.
  • Ein Mietwagen ist praktisch Pflicht, wenn Sie mehr sehen wollen als die Bucht.

Was gibt es in der Umgebung zu tun?

Mehr, als man denkt. Vourvourou ist kein isoliertes Fleckchen. Innerhalb einer halben Stunde erreichen Sie:

  • Diaporos-Inseln – per Boot oder Tretboot erreichbar, einige haben kleine Buchten zum Ankern.
  • Ormos Panagias – kleiner Fischerhafen mit Tavernen, gut für einen Abend.
  • Nikiti – der größere Ort in der Nähe, mit Wochenmarkt und Geschäften.
  • Kloster Agiou Nikolaou – ein Stück weiter südlich, lohnt für einen halben Tag.
  • Weitere Strände an der Ostküste – viele davon deutlich leerer als die an der Westseite.

Spoiler: Der berühmteste Strand der Gegend, Karidi, ist im August dermaßen überrannt, dass man kaum einen Parkplatz bekommt. Fahren Sie früh los oder lassen Sie es bleiben.

Für wen lohnt sich das Ekies All Senses Resort – und für wen nicht?

Es gibt Hotels, die versprechen, dass Sie sich wie zu Hause fühlen. So ein Quatsch. Wenn ich mich wie zu Hause fühlen will, bleibe ich zu Hause. Was das Ekies schafft, ist etwas anderes: Es verwandelt einen gewöhnlichen griechischen Küstenort in einen Ort, an dem die Stunden langsamer durchlaufen. Das ist kein Design-Trick. Das liegt an der Bucht, am Licht, an der Tatsache, dass nicht viel passiert.

Wer Action, Animation und ein Buffet mit zwölf Stationen braucht, wird enttäuscht. Wer morgens mit einem Kaffee am Meer sitzt und denkt "Was mache ich heute?" und dann beschließt, gar nichts zu machen – für den ist es genau richtig. Ich habe dort zum ersten Mal seit Jahren wieder ein Buch an einem Tag durchgelesen. Das klingt nach Klischee. Ist es aber nicht.

Und wenn Sie sich fragen, ob sich der Preis lohnt: Das hängt davon ab, was Sie suchen. Ein schickeres Zimmer finden Sie woanders für weniger Geld. Diese Bucht nicht.

Michael Frank
AUTOR

Michael Frank ist Journalist und berichtet seit über zehn Jahren über Themen mit Familienbezug. Sein Fokus liegt auf Aktivitäten und Erlebnissen für jedes Alter, familienfreundlichen Unterkünften und Nachrichten. Frank behandelt in seiner Arbeit sowohl praktische Reisetipps als auch gesellschaftliche und politische Hintergründe, die Familien betreffen.

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